29.01.2010 - Aktion gegen das Gewerkschaftsverbot der FAU Berlin
Heute haben Mitglieder der FAU Bern zusammen mit FreundInnen am Bahnhof Bern eine Aktion zum Gewerkschaftsverbot der FAU Berlin durchgeführt. Mit einem grossen Transpi standen wir von 11:30 bis 13:00 auf dem Bahnhofplatz und haben rund 600 Flugblätter verteilt.Die Reaktionen der Vorbeigehenden waren überwiegend interessiert und positiv. Einige Leute wollten genauer wissen um was es geht, worauf sich immer wieder kürzere bis längere Gespräche entwickelten.
Die Aktion ist Teil von zwei internationalen Protesttagen gegen das Verbot der FAU Berlin, sich als "Gewerkschaft" oder "Basisgewerkschaft" zu bezeichnen. Hintergrund des Verbotes ist ein Arbeitskampf im berliner Kino Babylon Mitte. Dort hat sich ein grosser Teil der Belegschaft in der FAU organisiert und für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft. Der dortige Chef Thimothy Grossman hat seine Beziehungen zu berliner Politikern (insbesondere der Linkspartei) genutzt, um den Arbeitskampf zu ersticken, die FAU loszuwerden und jetzt auch zu verbieten. Ironischerweise hat dabei die gelbe "Gewerkschaft" ver.di eine zentrale Rolle gespielt.

Die FAU Berlin hat deshalb den 29. und den 30. Januar zu zwei internationalen Aktionstagen erklärt. Aus vielen Ländern haben verwandte Organisationen bereits Aktivitäten angekündigt.
Alles zum Gewerkschaftsverbot findet ihr auf der Sonderseite zum Gewerkschaftsverbot.
Zum Arbeitskampf im Babylo(h)n siehe der Blog der Beschäftigten des Babylon.
Berichte zu allen Aktionen der zwei Tage findet ihr unter Berichte. Hier zwei Bilder aus Bratislava (Slowakei) und Dhaka (Bangladesh).
29.01.10
Massenentlassung bei Weber Benteli in Brügg
Der Druckereibetrieb Weber Benteli in Brügg hat letzte Woche die Bilanz deponiert und Konkurs angemeldet. Die rund 260 Angestellten sind jetzt entlassen. Die Löhne des Novembers wurden noch nicht ausgezahlt und auch ob der 13. Monatslohn für dieses Jahr noch kommt steht in den Sternen - beziehungsweise in der Macht des Konkursamtes, das die Konkursmasse verwaltet. Sozialplan gibt es keinen. Dafür kümmern sich das beco, das RAV, Sozialamt und Comedia um die Linderung der finanziellen Situation der Entlassenen.Die Hintergründe des Konkurses sind dubios: Es kann sein dass das "an die Wand fahren lassen" des Betriebs mit dem zeitgleichen Wechsel des Direktors Martin Brawand zum Konkurrenzunternehmen Swissprint (gehört Ringier) zusammenhängt. War der Konkurs eingefädelt und Herr Brawand hat dafür viel Geld erhalten? War es eine Marktbereinigung wie im 2007 bei Bike Systems?
Mitglieder der FAU haben heute beim Werk von Weber Benteli vorbei geschaut und folgendes Flugblatt (pdf) verteilt.
Auf der Homepage des Bieler Lokalsenders Telebielingue gibt es mehrere Sendungen zum Thema, wo auch entlassene ArbeiterInnen zu Wort kommen und ihre Wut und Enttäuschung ausdrücken.
UPDATE:
Am Freitag dem 4. Dezember gab es in Biel eine Demo der Entlassenen. An der Versammlung auf dem Zentralplatz sprachen vor allem Gewerkschafts- funktionäre. Leider wurden keine kämpferischen Positionen vertreten, sondern nur an die Politiker appelliert, dass „sowas nie wieder geschehen darf!“ Die wichtige Tatsache, dass man gemeinsam gegen die Angriffe auf die Lebensbedingungen kämpfen und sogar gewinnen kann, blieb unerwähnt.02.12.09

«Belgrade 6» formell angeklagt - Solidarität nötiger denn je!
Am 3. November hat die Staatsanwaltschaft in Belgrad verkündet, dass sie Anklage wegen des Deliktes des "Internationalen Terrorismus" gegen sechs inhaftierte Mitglieder der Gewerkschaft ASI und andere erheben will. Gleichzeitig wurde die Untersuchungshaft für die «Belgrade 6» um einen weiteren - den dritten - Monat verlängert.Die Hintergründe der Verhaftungen sind weisen darauf hin, das es ein auf politische Initiative eingefädelter Prozess ist - eine Kampfjustiz, die an das totalitäre Regime der Sowjetunion erinnert. Wir bitte alle LeserInnen, Protestbriefe zu versenden und sich an den anstehenden Aktionen zu beteiligen.
Bitte unterschreibt auch den Solidaritätsapell für den in der Türkei verhafteten UNIA-Gewerkschafter Murat Akincilar.
Die FAU hat in Bern bereits zwei Protestkundgebungen gegen die Verhaftungen organisiert, die eine am 01.10.09 und die andere am 14.11.09.
Links: Protestmail an die serbische Regierung ⎢ Homepage der Gewerkschaft ASI ⎢ Solidaritätsbekundung serbischer Intellektueller ⎢ Kunst des Verhafteten Rata
01.12.09

"Echtzeit" Internet-Überwachung ab 01.08.09
"Der Staat liest Diskussionen in Chats oder Einträge in Foren mit, hört bei Gesprächen über Dienste wie Skype mit oder guckt zu, sobald die Person eine Webcam aktiviert."--> WOZ | indymedia | Heise | inside-it.ch | blogg.ch | fuellhass | NZZ | Tagesanzeiger
Dagegen KANN nützen: Dienste immer nur verschlüsselt ansprechen, E-Mail/Chat/... Verschlüsselung verwenden, sich informieren und Leute darauf aufmerksam machen, Projekte wie nadir.org, so36.net, riseup.net, autistici oder immerda moralisch, technisch, finanziell oder andersweitig Unterstützen usw. Danke!
25.07.09
Berichte zur globalen Krise
INTERNATIONAL
Die Zeitschrift Wildcat hatte Leute in verschiedenen Ländern gebeten, ihre Beobachtungen zu den Auswirkungen der Krise aufzuschreiben. Die bisher verüffentlichten Berichte haben wir hier verlinkt, weitere werden folgen.
England - »Die Arbeitsplatzverluste haben noch nicht einmal richtig angefangen.« - und: »Anti-soziale Solidarität« (kompliziert)
Rumänien - Die Rückkehr der »Erdbeerpflücker«
Kalifornien - Leben mit der Krise
Indien - Die globale Krise in Indien
Spanien - Backsteine, Blasen und Bankrott
Polen - Exportplattform im Sturzflug
China - China in der Krise: Grund zur Panik?
»Das Auto am Ende« - Zur tiefen Krise der Autoindustrie und des Autos an sich.
Weitere Berichte hat's in der aktuellen Ausgabe der Wildcat (kann per Email bei uns bestellt werden).
SCHWEIZ
Die Wochenzeitung WOZ führte in verschiedenen Kantinen Gespräche mit betroffenen ArbeiterInnen. Wir haben diese Kantinengespräche hier verlinkt, weil wir sie sehr interessant und wichtig finden:»Bummeln liegt nicht drin« - Über den Arbeitsdruck eines Tramchauffeurs, einer Spitexpflegerin und einer UBS-Verwaltungsrätin.
»Da tickt eine soziale Zeitbombe« meint ein RAV-Berater im Interview mit der WOZ.
»Wenn das Vertrauen erodiert« - Gespräch mit Mitarbeitern der Georg Fischer AG (Metallindustrie) über anstehende Massenentlassungen.
»Alle auf Koks?« - Gespräch mit einem entlassenen Versicherungskaufmann der Swiss-Re.
»Ohne Dächlikappen, ohne Fahnen« - Über Entlassungen bei der Basler Zeitung.
»Wenn der Faden reisst« - Über Entlassungen bei der Textilmaschinenfabrik Benninger in Uzwil und die Krise in der Textilbranche. Update: Ende April 09 wurde Interviewparter Ernst G. aufgrund des Interviews entlassen!
»Weihnachtsguezli an Ostern« - Die zunehmende Verarmung bringt Caritas-Märkten Rekordumsätze ein: Seit 2006 hat sich die Zahl ihrer KundInnen verdoppelt.
»Blaue Lippen, rote Nasen« - Ein Vermögensverwalter berichtet von seinem Job.
»Als schlanke Braut zur Post« - Eine Zeitungsausträgerin der Zuvo AG berichtet. Die Firma will 2261 ArbeiterInnen die Löhne massiv kürzen.
Sehr empfehlenswert auch:
Wildcats »23 Thesen zur kapitalistischen Krise«
Der Blog global revolt mit einer knackigen Broschüre zum download
...und immer wieder Welt in Umwälzung mit täglich aktualisierten Berichten von sozialen Kämpfen in Asien.
21.02.09
Laborpedia - Mithilfe bei "Arbeitskampf-Wiki"
Laborpedia ist ein freies, auf der Wiki Software basierendes, Wissensportal rund um das Thema Lohnarbeit und Widerstands- und Organisationsformen. Mit dem Wiki wollen wir eine möglichst grosse Sammlung an hilfreichem Material zur Selbstorganisierung bereitstellen.
Neben Oranisationstips werden auch Informationen über verschiedene Firmen und Branchen und Erfahrungen, über erzielte Erfolge aber auch Misserfolge im Arbeitskampf gesammelt. Somit werden immer mehr Erfahrungen über einzelne Firmen, Branchen und Taktiken zusammengetragen und können so für weitere Kämpfe helfen.
Mit Laborpedia wollen wir Leuten eine Möglichkeit bieten, sich unabhängig von Gewerkschaften und deren Funktionären zu organisieren und eigene Erfahrungen auch weitergeben zu können.
Um dieses Ziel zu erreichen sind wir auf externe Hilfe angewiesen. Wenn Du von einer solchen Situation weisst, oder selbst eine erlebt hast, teile uns diese doch bitte unter info(at)faubern.ch oder durch das neue Meldeformular für Arbeitskämpfe mit.
Sobald genügend Inhalt gesammelt ist, wird Laborpedia offiziell aufgeschaltet.
29.05.08
Weitere Meldungen findest du im Archiv
