Aufhören ein Sklave zu sein: der größte Gefangenenstreik in der Geschichte der USA

Bildergebnis für prison strikeSeit dem 9. September streiken Gefangene in den USA in mehr als 30 Vollzugsanstalten, um gegen ihre Ausbeutung als Arbeiter_innen zu protestieren und gegen die lächerlich geringen Löhne, die sie im Gefängnis erhalten, unter Bedingungen, die charakteristisch sind für insitutionalisierte Sklaverei. Sie fordern echte Löhne, angemessene Gesundheitsversorgung,  Bildungsprogramme und die Verkürzung von lebenslänglichen Urteilen. Am 24. September sind sogar die Wärter in verschiedenen Gefängnissen nicht zur Arbeit gekommen (gleichwohl ohne offiziell ihre Solidarität auszudrücken).

Artikel und Video

Syrische Flüchtlingskinder malochen in türkischen Textilbetrieben – für europäische Unternehmen: Jetzt endlich scheint es öffentliches Thema zu werden

Artikel auf labournet.de

Ganz so neu, wie jetzt von einigen Seiten aus getan wird, ist die Nachricht nun wahrlich nicht: Die Tatsache, dass syrische Flüchtlingskinder in Textilfirmen der Türkei arbeiten müssen war bereits 2015 und auch zu Anfang 2016 Thema gewesen, im Sommer nochmal  – jetzt aber wird die Nachricht nach einer entsprechenden BBC-Sendung weltweit verbreitet. Zu recht, nicht nur, weil es sehr, sehr viele junge Menschen betrifft – sondern auch, weil es einmal mehr zeigt, wie weit die verschiedenen Modekonzerne zu gehen bereit sind, um ihre Profite zu sichern. Da arbeiten welche noch billiger als in ostasiatischen Ländern? Prima. Und die Türkei, die – im Gegensatz zu hysterischen EU-Zusammenrottungen – drei Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen hat, vergibt wenig Arbeitserlaubnis, also müssen die Kinder ran, irgendwie Geld verdienen ist das Motto. Siehe dazu einige aktuelle Beiträge – und einen Verweis auf frühere Berichte:

weiterlesen ...

Whisky-Rebellion in Kentucky

Artikel aus Schweizer Bauer

Kentucky ist Heimat von etwa 95 Prozent der weltweiten Bourbon-Produktion. Normalerweise geht es bei der Herstellung des über Jahre in Fässern aus angekohlter Weisseiche gelagerten Whiskys recht unspektakulär zu. Doch plötzlich herrscht Ausnahmezustand.

Es geht nicht ums Geld, sondern um «Mangel an Respekt» und «Work-Life-Balance»: Seit sechs Tagen werden zwei Bourbon-Destillerien des Whisky-Herstellers Jim Beam im US-Bundesstaat Kentucky bestreikt.

Rund 250 Angestellte hatten die Arbeit niedergelegt, nachdem monatelange Vertragsverhandlungen zwischen dem Unternehmen und der lokalen Gewerkschaft keine Einigung brachten. Über ein neues Angebot soll an diesem Freitag abgestimmt werden.

weiterlesen ...

Geklaute Grills aus dem Knast

Gefangenengewerkschaft spricht von »Schmuggelwirtschaft« in JVA Tegel

S 04.jpgEdelstahlgrills, Stühle, Waschbetonplatten – diese und zahlreiche andere Gebrauchsgegenstände wurden von Beamten der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Berlin-Tegel aus den Werkstätten des Gefängnisses abgezweigt und auf eigene Rechnung weiterverkauft. Dies behaupten derzeitige und ehemalige Gefangene sowie die Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO). Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin präsentierte die GG/BO die neuesten Entwicklungen in dem Fall rund um ein offenbar weitverzweigtes Schmuggelnetzwerk aus JVA-Bediensteten, Häftlingen und Personen außerhalb der Haftanstalt.

Artikel in der Jungen Welt lesen

Artikel im Stern als pdf

Infos zur Gefangengewerkschaft

prekäre Knastarbeit in Deutschland, Frankreich und der Schweiz

SBB: Stellenabbau stoppen!

Resolution

SBB-CEO Andreas Meyer kündigte am 22. September an, dass die SBB 1400 Stellen abbauen werden. Betroff en sind 500 Stellen in der Verwaltung, In der Verkehrsleitung 250, im Verkauf 220 und beim Rangierpersonal 165 Stellen. Die übrigen rund 250 Stellen verteilen sich über verschiedene Bereiche.Der Abbau soll über natürliche Abgänge, also Stellenwechsel und (Früh-)Pensionierungen erfolgen. Der Abbau solle ‚sozialverträglich‘ gestaltet werden, verspricht Andreas Meyer. Doch ‚sozialverträglich‘ heisst in diesem Zusammenhang bloss, wahrscheinlich keine Entlassungen‘. Denn es ist überhaupt nicht ‚sozialverträglich‘, wenn mit weniger Personal mehr Leistung erbracht werden soll – weder ür die SBB-Arbeiter_innen, noch ür die Reisenden. Denn mehr Leistung mit weniger Personal heisst entweder zusätzliche Automatisierung oder mehr Arbeitsdruck. Meistens aber beides. In der Verkehrsleitung, wo Weichen und Signale gestellt und die Züge überwacht werden, zum Beispiel heisst das konkret, dass die meisten Einstellungen von Rechnern gemacht werden und die Fahrdienstleiter_innen nur in Spezialällen eingreifen müssen, etwa bei Störungen. Deswegen überwachen die Fahrdienstleitenden riesige
Gebiete. Dies hat wiederum zur Folge, dass sie kaum mehr als eine vage Ahnung der örtlichen Gegebenheiten haben können, was schon mehrfach zu betrieblich und sicherheitstechnisch fragwürdigen Entscheidungen in Störungsällen geührt hat. Den Fahrdienstleistenden kann dies aber kaum vorgeworfen werden, denn im Störungsfall stehen sie mit der Hilfe von Assistent_innen vor der fast unlösbaren Aufgabe die Reisenden im Gebiet doch noch möglichst schnell an ihr Ziel zu bringen, möglichst ohne dass die Störung Auswirkung auf andere Gebiete hat. Wer nun in diesem Bereich Leute abbauen will, nimmt in Kauf, dass die Leute in den Fahrdienstleitzentralen schnell ausbrennen und deswegen häufi g krank werden. Die Krankgeschriebenen können aber nicht einfach so ersetzt werden, da diese Arbeit eine hohe Verantwortung und ein grosses Wissen voraussetzt, die Folge von Überarbeitung und Unterbelegung zeigte sich 2013 in Mainz: Der Deutschen Bahn fehlte es an Fahrdienstleiter_innen ür den Bahnhof Mainz, weshalb dutzende Zughalte und -fahrten ausfi elen. Wer dies ‚sozialverträglich‘ nennt – ganz egal ob ür Reisende oder Arbeiter_innen – muss wohl ein Manager sein.
Das selbe gilt ür das personalintensive Rangieren: Seit der Einührung von Pendelzügen im Fernverkehr vor rund zwanzig Jahren muss zwar weniger rangiert werden, doch werden auch bei Pendelzügen in den Hauptverkehrszeiten zusätzliche Wagengruppen angehängt und bei Störungen muss ebenfalls schnell reagiert werden können, um Verspätungen zu verhindern. Fehlen die Leute für sichere Rangierbewegungen im richtigen Moment, entstehenentweder Verspätungen oder Unälle, die schnell tödlich sein können. Meyer geht es also nicht um die Sicherheit der Reisenden – und um die der Arbeiter_innen erst recht nicht. Meyer geht es bloss darum, wie viel Rendite die SBB abwirft. Dass er dabei fragwürdige Methoden wählt, oder zumindest stützt, zeigt ein Blick auf seine frühere Arbeitgeberin Deutsche Bahn: Auf der Jagd nach höheren Renditen wurde bei der S-Bahn Berlin der Unterhalt auf ein Minimum zurückgefahren, weswegen nicht mehr alle sicherheitsrelevanten Wartungen durchgeührt wurden, was 2009 in einem ‚Grounding‘ der kompletten Berliner S-Bahn ührte. Meyer sass damals im Aufsichtsrat und obwohl er von einem Bericht im Auftrag seiner damaligen Arbeitgeberin reingewaschen wurde, bleibt ein schaler Nachgeschmack, da er ähnliche Methoden bei der SBB auch anzuwenden versuchte: Die versuchte Schliessung der Offi cine Bellinzona (OBe) erfolgte ebenfalls nicht, weil das Werk unrentabel oder überflüssig war – bis heute wirtschaftet die Obe erfolgreich, selbst wenn ihr von der SBB immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen
werden. Dass die Obe auch betrieblich nicht einfach überfl üssig ist, zeigt die Tatsache, dass sie das einzige Unterhaltswerk südlich des Gotthards ist. Dies nachdem die Werkstätte in Biasca (welche zuletzt blosse Aussenstelle der Obe war) bereits vor Jahren geschlossen wurde. Falls die SBB tatsächlich sparen muss, um nicht die Billetpreise erhöhen zu müssen oder die Infrastruktur verlottern zu lassen, sollte sie als erstes die Löhne der Chefetage auf die der Lokührer_innen und Fahrdienstleiter_innen begrenzen – Meyer und seine Manager_innen haben kaum eine grössere Verantwortung ür Menschenleben, als die Menschen die tagtäglich Züge mit mehreren hundert Menschen ühren oder leiten. Denn von Sparen zu faseln und sich Millionensaläre auszubezahlen ist nicht wirklich glaubwürdig.
Die Freie Arbeiter_innen Union (FAU) Bern hat grosse Bedenken, ob des fortgesetzten Sparkurses bei allen Eisenbahnunternehmen. Die FAU Bern fordert deswegen im Interesse der Arbeiter_innen der SBB und aller Reisenden eine sofortige Rücknahme des angekündigten Stellenabbaus, die Festanstellung aller Temporärarbeiter_innen und das Ende der Temporärarbeit in allen Bereichen der Eisenbahnunternehmen und bietet im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Unterstützung allen kämpfenden Eisenbahner_innen an.


FAU - Die Basisgewerkschaft