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Zum Generalstreik in Spanien (M29)

geschrieben von FAU-Bern am 02.04.12, 11:52

Nach ersten Berichten beteiligten sich beim gestrigen Generalstreik in Spanien mehrere 100.000 ArbeiterInnen, SchülerInnen und Erwerbslose. Während die spanische Regierung vermeldete, das der 24-stündige Generalstreik nur mäßig befolgt werde. In einer Presseerklärung sprachen die Vorsitzenden der reformistischen sozialistischen und kommunistischen Gewerkschaften UGT und CC.OO von einer bis zu 85%igen Streikbeteiligung. UGT und CC.OO hielten ihre zentrale Protestkundgebung in Madrid, an der sich über 10.000 Menschen beteilgten. Auf einer revolutionären-alternativen Gewerkschaftsdemo in Sevilla “Der Kampf findet auf der Straße statt”, zu der u.a. CGT,CNT und anarchistische Gruppen aufgerufen hatte, nahmen mehr als 10.000 Menschen teil. (Siehe Foto) In Barcelona kam es zu Angriffen auf Banken, die dortige Börse und Luxusshops. In verschiedenen Industriegebieten des Landes wurden die Zufahrtsstrassen mit Öl übergossen, so das Lastwagen nicht passieren konnten. Müllcontainer und Müllsäcke wurden großflächig auf wichtigen Strassen plaziert um den Verkehr zum erliegen zu bringen.

Die Initiative zum 24-Stunden-Streik ging von den Gewerkschaften mit anarcho-syndikalistischem Selbstverständnis aus. Gemeinsam riefen die CGT, die CNT und die “Arbeitersolidarität” (Solidaridad Obrera) dazu auf. In verschiedenen Städten standen Mitglieder der drei Gewerkschaften gemeinsam Streikposten und es kam zu gemeinsamen Demonstrationen. Im Aufruf der CNT zum Streik heisst es: “Angesichts der Stärke der Angriffe, die wir momentan erleiden, wird die Einigkeit der ArbeiterInnen unerlässlich sein. Die Einheit der ArbeiterInnen wird sich durch Versammlungen an Arbeitsstätten und in Nachbarschaften, bei Demonstrationen und Protestposten manifestieren und richtet sich gegen die Verantwortlichen und Profiteure der augenblicklichen Situation: die Arbeitgeber, die Banken und die Regierung. Wir werden eine Barriere gegen den Ausverkauf unserer Rechte errichten.”

Streikposten wurden in verschiedenen Städten von Polizeieinheiten angegriffen, es kam zu Festnahmen und dem Einsatz paramilitärischer Polizeieinheiten. In einer ersten Stellungnahme der CGT erklärte diese dazu das “Madrid unter Belagerungszustand” gestellt worden sei. “Bis zum Mittag wurde bereits ein halbes Hundert Festnahmen von Arbeitern gezählt, die nichts anderes getan haben, als ihr Streikrecht auszuüben, wie die CGT unterstrich.

In Deutschland kam es zu kleinen Solidaritätskundgebungen in Berlin und Frankfurt/M. mit jeweils um die 50 TeilnehmerInnen.

Quelle: syndikalismus.tk (dort findet ihr auch Links zu weiteren Artikeln)

Anmerkung:
Die NZZ berichtete auch über den Generalstreik und hat auch eine Fotostrecke dazu aufgeschaltet, die in fast allen Bildern nur Fahnen der zahmen Gewerkschaften CCOO und UGT zeigen.

smf


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