SAUF V: Sabotage

 

Jeden vierten Dienstag im Monat lädt die Basisgewerkschaft FAU Bern zu einem ungezwungenen Austausch, dem SAUF (Syndikalistisches Arbeiter*innen-Untergrunds-Forum) ein. Es soll eine Diskussionsplattform sein, welche ein Lernen von unten ermöglichen soll. Bei Bier, Eistee oder sonst was soll sich jeden Monat einem Thema gewidmet werden. Das SAUF ist keine Vortragsreihe, sondern ein ungezwungener Austausch untereinander. Komm doch mal vorbei, wir freuen uns.

 

Am 25. Juni nehmen wir uns das Thema Sabotage vor.

 

Sabotage, also die absichtliche Störung von Produktions-abläufen, ist ein breites Phänomen. Es reicht von der Zerstörung ganzer Fabriken bis hin zum gelegentlichen Mitgehen lassen von Büromaterial. Schon im 19. Jahrhundert wurde es als bewusstes Mittel in Arbeitskämpfen angewandt, um den Druck auf die Chef*innen zu erhöhen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

 

Wie sieht Sabotage heute aus? Wann macht Sabotage heute noch Sinn und wann schadet es mehr in Arbeitskämpfen, als es nützt?

 

Dies könnten einige der Fragen sein an diesem Stammtisch

wir freuen uns auf dich!

Feministischer Streik 2019

Ein voller Erfolg

 

Es zeichnete sich schon seit Monaten ab: der feministische bzw. Frauen*-Streik am 14. Juni würde gross werden. Doch die schieren Ausmasse, welche nun der politische Streik- und Protesttag erreicht hat, hat wohl sogar die dezentral organisierten Streik-Kollektive überrascht.

Hunderttausende sind der Mobilisierung gefolgt. Erste Schätzungen gehen von der wohl grössten landesweiten Mobilisierung in der Geschichte aus. Hunderttausende haben ihre eigenen Forderungen auf die Strasse gebracht.

Diese reichten von Problemen am Arbeistplatz über die schiere Masse an unbezahlter Arbeit, welche ungleich verteilt ist bis hin zu der Forderung, Abends ohne Angst alleine nach hause laufen zu können. Es war ein grosser, lauter und breit abgestützter Streiktag.

So breit wie die Mobilisierung war, so breit waren auch die Aktionsformen. Blockaden, Sitz-Streiks, verlängerte Pausen, Bummelstreiks, Kinderwagen-Demos, Farbanschläge etc. Wir sind begeistert.

In der ganzen Stadt wurden Strassennamen abgeändert. Dies als Protest, dass in der Öffentlichkeit fast ausschliesslich die Verdienste von Männern gewürdigt werden.

Mehr als nur Arbeit

Auch wenn Lohnungleichheit Teil des Problems ist, geht Sexismus bei der Arbeit noch weiter: Sexistische Anmache, Belächeln und Geringschätzung der Leistung sind nur einige Beispiele.

Andererseits schaffen es manche vom Patriarchat Betroffenen erst gar nicht zu einer Arbeitsstelle. Weil ihnen die Kinder aufgedrückt werden, welche sie manchmal gar nicht wollten; weil sie keine Papiere haben; weil es sich für sie «mehr lohnt», wenn andere Arbeiten gehen.

Es geht hier also nicht nur um Arbeit, es geht auch um die Scheisse in unseren Heimen, unseren Beziehungen und in unseren Köpfen.

Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Wer gemeinsam kämpft, kann gewinnen. Der feministische Streik 2019 hat jedoch gezeigt, dass wir viele sind.

Dies ist erst der Anfang. Organisiert euch und bleibt organisiert.

Die FAU Bern solidarisiert sich ausdrücklich mit den Anliegen des feministischen Streiks 2019

 

Auf zum feministischen Streik am 14. Juni!

 

 

1991 trat eine halbe Million Menschen in den 1. Frauenstreik, um gegen die Untätigkeit von Staat und Gesellschaft zu protestieren. Seither schleicht die Schweiz weiter in Schneckentempo Richtung Gleichstellung. Daher rührt sich erneut Widerstand auf den Strassen: am 14. Juni kommt es erneut zum Streik. Doch seither treiben auch neue Fragen die Bewegung um: Wie werden Migrant*innen, Trans- und andersdefinierte Menschen einbezogen? Und in welchem Verhältnis will die lokal organisierte Bewegung zu den Zentralgewerkschaften  und den Parteien stehen? Denn diese agieren bereits mit Blick auf die Wahlen im November...

 

Die FAU Bern ruft zur Teilnahme und Unterstützung des Streiks auf.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Schon nur in Bern gibt es verschiedene Ortsgruppen und:

- das Frauen*streikkollektiv Bern (www.frauen-streiken.ch)

- die Unterstützunggruppe (Kontakt unter soli(ät)frauenstreiken.ch)

-  eine anarchistische Beteiligung in der Lorraine (weitere infos auf www.anarchistisch.ch/anarchistische-beteiligung-am-frauenstreik/).

Diese Liste ist längst nicht abschliessend. Denn generell laufen bereits verschiedene Initiativen in Betrieben oder auch anderen Gruppen. Und wenn es noch nichts in deinem Umfeld gibt: Warum nicht etwas anreissen oder dich mit Frauen* und Anderen kurzschliessen?

 

Und falls du noch Wissen brauchst:

In der Schwarzen Chatz #57 findest du einen Artikel zum Streik 1991, in der letzten Ausgabe #58 handelt der Frontartikel vom diesjährigen Streik, dessen Schwierigkeiten und Notwendigkeit.

 

Nicht beladen in Le Havre und Santander, bestreikt in Genua: Die Irrfahrt der Bahri Yanbu – keine neuen Waffen für saudische Kindermörder*innen. Dafür Blamagen fürs Waffenhändler-Personal…

Weder in Frankreich, noch in Spanien war der Kahn der staatlichen saudischen (Kriegs)Handelsgesellschaft Bahri mit neuer tödlicher Fracht beladen worden – auch in Genua weigerten sich nun die Docker*innen „ihre Arbeit“ zu tun. Menschenrechtsorganisationen und Friedensgruppen hatten in allen drei Ländern – zusammen mit Basis-Gewerkschafter*innen – mit Kampagnen, Aktionen und juristischen Einsprüchen die Beladung verhindert. Die politischen Mandatsträger*innen gerieten in Zugzwang – und nahmen Zuflucht zu peinlichen Erklärungen. Herr Macron meinte, Waffen aus Frankreich würden vom saudischen Regime gar nicht oft im Jemen eingesetzt, sondern meist im Land selbst. Was selbst in wenig kritischen Medien die Überlegung hervorrief, ob der feine Herr damit meine, Saudis abschlachten sei okay. Mindestens genau so „gut“ der spanische Außenminister: Die Waffen seien nur für eine Ausstellung in den Vereinigten Arabischen Emiraten gedacht. Neben Exponaten wie abgeschnittenen Köpfen vielleicht? Die Ereignisse der beiden letzten Wochen machen wieder einmal deutlich, wie bedingungslos die europäischen Regierungen ihre liebste Mörderbande unterstützen, selbst um den Preis der Peinlichkeit fürs Personal.

weitere Infos findet ihr auf www.labournet.de

Anarchistische Büchermesse 31.5-2.6 2019

Auch dieses Jahr findet wieder die anarchistische Büchermesse in Bern statt.

Die diesjährige Ausgabe vom 31. Mai bis am 2. Juni dreht sich um das Thema

Produzieren, Verteilen, Essen

Nebst verschiedenen Workshops und Konzerten gibt es auch wieder eine grosse Auswahl an Büchern, Broschüren etc., eine Kinderbetreuung und natürlich Essen

Auch die FAU Bern wird mit einem Stand vor Ort sein.

Komm vorbei, wir freuen uns!

Wo? Gertrud-Woker-Mensa, Gertrud-Woker-Strasse 3, Bern 3012

weitere Infos gibt es auf www.buechermesse.ch