di schwarz chatz #52 ist online!

Aus dem Inhalt:

• 19% weniger Lohn? 19% weniger arbeiten!

Frauen verdienen immer noch etwa 20% weniger als ihre männlichen Kollegen. Wir fordern daher dazu auf, einfach 20% weniger zu arbeiten, bis die Lohnlücke geschlossen wird.
 
• Frankreich: Was tut sich an der Protestfront?

Bahnstreiks, besetzte Unis und die Räumung des ZAD: In Frankreich regt sich massiver Widerstand gegen das Regime Macron
 
• Klassenkampf unter dem Regenbogen
 
Um die Jahreswende kam es in Berlin zu einem aussergewöhnlichen Arbeitskampf: Gegner_in war der Berliner Lesben- und Schwulenverband
 
Afrin besetzt, Gummischrot in Bern

Während im kurdisch/nordsyrischen Afrin die Bomben fallen, flog in Bern Gummischrot gegen eine Solidaritätsdemo
 
Landesstreik 1918, Teil 1: Der Weg in den Landesstreik

Teil 1 soll aufzeigen: Wie es zu einem der wichtigsten Ereignisse der modernen Schweizer Geschichte kommen konnte

 

Veranstaltung zu Macron, Reformen und Widerstand

In Frankreich ist letztes Jahr eine soziale Massenbewegung rund um die arbeitgeberfreundliche Arbeitsmarktgesetzes-Initiative „Loi El Khomri“ entstanden. Im Kontext eines mit Notstandsgesetzen und Aufrüstung gegen tatsächliche und vermeintliche TerroristInnen kämpfenden Staates ist auf den Straßen und in den Medien eine seit Jahren vermisste Aufbruchstimmung sichtbar. Streiks, Großdemos und militante Aktionen fanden täglich statt, im Frühling/Sommer 2017 brachten nächtliche Platzbesetzungen und öffentliche basisdemokratische, spektrenübergreifende Protestversammlungen die neoliberale und repressive Ordnung inmitten der EU ins Wanken.

Nachdem eine abgeschwächte Version der Reform am Parlament vorbeidurchgedrückt wurde, schienen die Angriffe der Regierung und die Mobilisierungen abzuflauen. Doch bald wurde klar, dass der Abbau weitergeht: Aktuell findet ein massiver Angriff auf die französische Bahn statt: Sie soll privatisiert werden und im Zuge dessen von ‘unrentablem Ballast’ (9’000 km Nebenstrecken, bessere Arbeitsbedingungen) befreit werden. Dagegen hat sich erneut Widerstand formiert.

Im deutschsprachigen Raum wurden die linken Massenbewegungen im Frankreich der letzten Jahre eher wenig rezipiert. Dies ist bedauerlich und sollte sich ändern. Um mehr über den Ausnahme- zustand und die Proteste in Frankreich zu erfahren, berichtet ein Aktivist aus Paris über Erfahrungen und die Hintergründe der sozialen Bewegung.

Bildungsabbau stoppen!

Studiengebührenerhöhungen. Leistungsabbau an Schulen. Prekarisierung der Berufslehre. Lohnsenkungen bei Lehrer*innen. Der Bildungsabbau schreitet voran. Und wir, Studierende, Schüler*innen, Forschende und Angestellte haben genug davon.

Deshalb rufen wir ab dem 19. März zu einer schweizweiten Aktionswoche und am 24. März zu einer grossen gemeinsamen Demonstration auf. Gegen den Einfluss der Wirtschaft auf unsere Bildungsinstitutionen. Und für eine starke, emanzipatorische und partizipative Bildung für alle. 

Beteilige Dich. Denn jetzt ist Zeit für Veränderung.

 

Wir finden den Widerstand gegen den Abbau und die Kommerzialisierung der Bildung einer der wichtigsten Kämpfe der heutigen Zeit. Ein Bildungsabbau hat schwerwiegende Folgen nicht nur an der Uni, sondern auch in der Berufsausbildung. Kritisches Denken verkümmert zunehmend in einer durchrationalisierten Wissensfabrik. Auch Gewerkschaften sollten sich deshalb für eine Bildung abseits der Marktverwertungslogik und also gegen den Spardruck einsetzen.

 

Die FAU Bern solidarisiert sich mit dem Bildungsaufstand

FAU Bern startet Gastronomiekampagne

Schweizweit arbeiten 244'000 Menschen im Gastgewerbe. Meist arbeiten sie Teilzeit, unter massivem Stress und teilweise ohne Mindestlohn. Zur Liste prekärer Arbeitsbedingungen kommen dann meist noch sexuelle Übergriffe, miese Chefs und geringe Schichtsicherheit hinzu. Sprich: Wenig Lohn für beschissene Arbeitsbedingungen. Die FAU Bern fordert alle Beschäftigten der Gastronomie auf, sich selbstorganisiert für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen!

Die neue Kampagnenseite findest du hier

Dort findest du eine Zusammenfassung des Gesamtarbeitsvertrags und weitere Infos.

Ausserdem haben wir einen Fragebogen aufgeschaltet, damit wir besser verstehen können, wo die grössten Probleme der Beschäftigten liegen.

Sacco und Vanzetti: Neuer Film am 28. Februar im Reitschul-Kino

Die FAU Bern zeigt zusammen mit dem Kino der Reitschule den neu übersetzten Film über die Klassenjustiz gegen die beiden Anarchisten in den 20ern.

Die Vorführung findet am 28. Februar 2018 um 20.00 Uhr im Kino der Reitschule statt

Die Schweizer Premiere findet bereits am 17. Februar in ZÜRICH im Kino Xenix statt und wird von den Genoss_innen der IWW gezeigt

Peter Millers Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der beiden italienischen Migranten und Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, die 1920 in den USA wegen Mordes angeklagt und – nach einem voreingenommen und fragwürdigen Prozess – am 23. August 1927 in Boston hingerichtet wurden. Ihr Leidensweg wurde zum Symbol für den bigotten und intoleranten Umgang mit Migrant_innen und Dissident_innen in Amerika. Millionen Menschen auf dem gesamten Globus protestierten seinerzeit für Ihre Sache, und heute, 90 Jahre später, wirkt ihre Geschichte immer noch nach – in Zeiten, in denen bürgerliche Freiheiten und Rechte von Migrant_innen wieder unter Beschuss sind.