Warum auf Abstand bleiben? - FAU-Bern - DE

Warum auf Abstand zu anderen / zuhause bleiben?

Weltweit macht das Gesundheitspersonal mittlerweile solche Posts. Weltweit feht es an Personal, um dieser Krise zu begegnen.

Es gibt momentan viele Gründe, sich aktiv an der Verhinderung einer Ausbreitung der Krankheit Covid-19 bzw. des Corona-Virus zu beteiligen. (Als Sars-Covid-2 wird der Erreger bezeichnet)

1. Risikogruppen

In der Risikogruppe befinden Menschen mit Vorerkrankungen und vor allem ältere Menschen. Diese werden z.B. bei der normalen Grippe geimpft, wodurch schwere Verläufe oder gar Todesfälle verringert werden können. Gleiches gilt für das Gesundheitspersonal. Dies lässt sich auch impfen, damit sie nicht Patient*innen oder Bewohner*innen eines Altersheims anstecken können. Eine solche Impfung ist momentan nicht möglich, da noch kein Impfstoff entwickelt ist.

 

2. lange Inkubationszeit, milde Symptome

 

Für einen Grossteil der Bevölkerung endet Covid-19 nicht tödlich und verläuft auch nicht schwer. Manche Menschen merken nicht mal wirklich, dass sie infiziert sind.

Ein Problem von Covid-19 ist die lange Inkubationszeit. So bezeichnet mensch die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit selbst, also die Zeit bis du Symptome zeigst - wenn überhaupt. Sämtliche Massnahmen welche nun getroffen werden, helfen also erst verzögert. Die Inkubationszeit kann hier bis zu zwei Wochen dauern.

 

3.1. Kapitalismus - oder das kaputtgesparte Gesundheitssystem

 

Die Ausbreitung des Virus verläuft exponentiell, das heisst momentan verdoppelt sich die Anzahl der Fälle alle zwei Tage! Viele mit milden Symptomen müssen nicht behandelt werden, Menschen mit schweren Verläufen sind jedoch auf Pflege angewiesen.

Das Problem daran ist: Viele Gesundheitseinrichtungen wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten privatisiert oder auf "Effizienz" getrimmt. Weniger Personal, weniger Material, weniger von allem. Genau dieses weggesparte Fassungsvermögen fehlt nun im Gesundheitssystem. All das kann zu einem Teil nun noch ausgebaut werden. Der Personalmangel wird jedoch kaum in so kurzer Zeit behoben werden können. Wenn sich nun die Intensivstationen füllen, heisst dies, dass weniger Platz für andere Notfälle da ist. Menschen mit Unfällen, Krebs etc. könnten also dann daran sterben, dass die Versorgung zusammenbricht. Eine Überforderung des bereits recht ausgelasteten Gesundheitssystems führt somit dazu, dass nicht nur Menschen mit Covid-19 sterben, sondern auch noch viele andere.

 

3.2 erschreckende Arbeitsbedingungen

 

Arbeiter*innen des Gesundheitswesens leisteten schon vorher wichtige Arbeit, und wurden mit miserablen Arbeitszeiten und -Bedingungen abgespiesen. Danke Staat und Marktwirtschaft, das habt ihr toll hingekriegt! Die drohende Überlastung würde die Arbeitsbedingungen dieser Arbeiter*innen nur noch verschlimmern. Überstunden, Übermüdung und ethisch belastende Entscheidungen: Denn wenn das System überlastet wird und nicht mehr alle versorgt werden können, werden sie entscheiden müssen, wer nicht mehr versorgt wird und somit sterben muss. 

All dies sollte Anlass genug sein, sich die Hände gut und regelmässig zu waschen und wo möglich einen gewissen Abstand zu anderen Menschen zu halten. Und doch sollten wir irgendwie in Austausch und Verbindung bleiben. Menschen sind eher soziale Wesen und die meisten von uns gehen ein ohne irgend einen sozialen Kontakt. Sei dies mit Gesprächen mit den Balkon-Nachbar*innen, Chats, Videokonferenzen, etc.

Es bleibt jedoch anzumerken, dass nicht alle Menschen nun einfach zuhause eingesperrt werden können! Für einige ist das Zuhause kein Schutzort! Dies, weil sie dort häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Nehmt in diesem Fall mit z.B. einem Frauenhaus oder der Berner Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt auf (Homepage)

Und zum Schluss: Bleibt organisiert und kritisch und keine Panik!

Eure Chef*innen werden euch nichts schenken und der Staat baut täglich seine Kompetenzen aus. Besonders dieser Entwicklung sollte sorge getragen werden. Der Staat ist nicht der Heilsbringer, der Staat hat diese Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht durch seine Sparpolitik im Gesundheitsbereich, durch seine Förderung beschissener Arbeitsrechte, welche uns nun mit 80% des (Hunger-)Lohnes abspeisen wollen; Durch seine Förderung des Patriarchats, wodurch nun vor allem Frauen an der Front der Krise leiden (Kinderbetreuung, Pflege, Verkauf); Durch seine rasstischen Gesetze, wodurch Sans-Papiers ohne Arbeit und ohne Entschädigung dastehen, Menschen in Asylheimen eingesperrt werden und Flüchtlinge in den Lagern ausserhalb Europas krepieren.

 

 

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