Wirtschaft schonen, Spitalpersonal schröpfen? - FAU-Bern - DE

Wirtschaft schonen, Spitalpersonal schröpfen?

Nun rächt sich die mangelhafte Vorbereitung. Die Pandemie, welche durch den neuartigen Corona-Virus (auch Covid-19 oder SARS-Covid-2 genannt) ausgelöst wurde, ist vor allem auch eines: Eine Krise des Gesundheitssystems. Das schlimmste, was einer betroffenen Region passieren kann, ist die Überlastung des Gesundheitssystems. Und dies ist bei einem ohnehin schon angeschlagenen, da kaputt gesparten und privatisierten Gesundheitssektor schnell erreicht. Es wird oft von einem Mangel an Pflegebetten gesprochen. Sicherlich wird der Mangel an Ausrüstung wie z.B. Beatmungsgeräten ein Problem darstellen. Doch viele Expert*innen sehen ein weiteres Problem beim Personalmangel. Dieser führt zu Überlastung, mangelnder Pflege und dadurch Fehlern, welche tödlich enden können.

 

Seit Jahren weisen Personal, Gewerkschaften und Personalverbände auf diesen Personalmangel hin. Geschehen ist leider wenig. So wenig, dass sogar eine Volksinitiative nun dagegen vorgehen soll.

 

Wirtschaft schonen, Spitalpersonal schröpfen?

 

Der Bundesrat hat da jedoch eine andere Sichtweise. Ganz im Sinne von Wirtschaft schonen, Pflege schröpfen, hat er per Verordnung das Arbeitsrecht für Spitäler ausgesetzt. Das heisst: Die ohnehin schon höhere Höchstarbeitszeit von 60 Stunden pro Woche (statt normal 50) gibts nicht mehr. Die Spitäler müssten natürlich immer noch schauen dass es dem Personal physisch und psychisch gut gehe, aber das haben sie ja in der Vergangenheit auch nicht wirklich gemacht.

 

Natürlich ist es in Notsituationen nötig, dass das Spitalpersonal mehr arbeiten muss. Doch anstatt die Infektionen weiter zu senken und klar unter der Überlastung des Gesundheitssystems zu bleiben, lässt der Bundesrat lieber die Wirtschaft weiterlaufen und schaut dann mal, ob die Überlastung kommt oder nicht. Anstatt stets Danke zu sagen und dem Personal klatschen zu lassen, könnte der Bundesrat auch einfach mal Taten zur Unterstützung sprechen lassen, und nicht noch die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Eine solche Tat wäre die sofortige Einstellung der nicht lebensnotwendigen Wirtschaft, um die Kurve sicher unter der Belastungsgrenze unseres Gesundheitssystems zu behalten.

 

Wir fordern Respekt für die Arbeiter*innen unseres Gesundheitssystems, wir fordern Respekt für jene, welche durch diesen Virus mit dem Tod bedroht sind. Alle nicht lebensnotwendigen Betriebe müssen geschlossen werden!

 

 

 

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