Repression und Spaltungsversuche in Basel an Solidemo für Afrin

über 4000 Menschen demonstrierten friedlich am 3. Februar in Basel. Polizei tritt mit Grossaufgebot auf und versucht die kurdisch-türkische Widerstandsbewegung und die lokale linksradikale Bewegung durch Lügen und Repression zu spalten.

 

Die Demonstration richtete sich gegen die Diktatur in der Türkei und den neulichen Angriff auf das demokratische Gebiet Afrin in Syrien. Die Türkei beschiesst das Gebiet seit dem 20. Januar und unterstützt islamistische Truppen der SFA am Boden.

 

Die basler Polizei war mit einem Anti-Aufstandsaufgebot vor Ort: Die Polizei war vermummt, mit mehreren Gummischrot- und Tränengasgewehren an der Route präsent. Schon vor der Demonstration wurden einerseits Sozialist_innen aus der Türkei verhaftet. Andererseits kam es Stunden vorher zu einer Razzia in den Räumen des revolutionären Aufbaus. Dabei wurden 3 Personen verhaftet und das Fronttransparent beschlagnahmt.

 

„Zwei Demonstrationen“?!

 

Ausserdem kam es zu Kontrollen auf dem Claraplatz. Die Begründung der Polizei: Die Versammlung auf dem Claraplatz sei unbewilligt, die Versammlung im Clarapark hingegen schon. Es handelte sich jedoch um zwei Mobilisierungen für ein und dieselbe Demonstration! Ausserdem wurde den Kontrollierten weissgemacht, das OK der Demonstration wolle keine „Schweizer_innen“. Diese absichtliche Falschinformation der Polizei wurde vom OK noch an der Demo widerlegt. Insgesamt wurden 36 Menschen in Gewahrsam genommen.

 

Lasst euch nicht spalten!

 

Man muss kein_e Verschwörungstheoretiker_in sein, um zu sehen, was die Basler Polizei versucht, hier abzuziehen: Zu verhindern, dass sich die „lokalen“ Aktivist_innen mit der kurdischen und türkischen Opposition in der Schweiz zusammentun bzw. sich mit dem Widerstand gegen Erdogan solidarisieren. Sie versucht einen Keil zwischen die Bewegungen zu treiben und droht beiden mit massiver Repression im Falle einer Zusammenarbeit. Die friedliche, aber äusserst kämpferische Demo wurde daher auch mit einem massiven Aufgebot begleitet, welches eine bedrohliche Stimmung aufbaute und zum Ziel hatte, alle Teilnehmenden einzuschüchtern. Es ist unverantwortlich, vom Krieg Geschädigte und Traumatisierte ohne Grund mit einem kriegsähnlichen Aufgebot zu begegnen.

 

Die FAU Bern verurteilt diese Aktion der basler Polizei aufs schärfste! Wir fordern alle Menschen dazu auf, sich gegen das Terrorregime Erdogans auszusprechen und sich mit dem Widerstand dagegen zu solidarisieren. Lasst euch nicht spalten!

SDA-Streik eingestellt, Verhandlungen werden abgewartet

 

die Arbeiter_innen der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) sind Dienstag morgen ab 6.30 Uhr in den Streik getreten. Am Freitag hat sich der Verwaltungsrat zu Gesprächen bereit erklärt. Der Streik wurde vorerst sistiert.

 

Nachdem Anfangs Januar bekannt wurde, dass nach der Fusion mit Keystone bis zu 36 Vollzeitstellen abgebaut werden sollen, kam es bereits am 23. Januar zu einem dreistündigen Warnstreik. Die Leitung hatte sich nicht bereit gezeigt, ernsthafte Gespräche zu führen. Daher hatte die Vollversammlung des SDA-Personals am Montagabend mit überwältigender Mehrheit einem unbefristeten Streik zugestimmt.

 

Nachdem auch Dienstags die Chef_innen keinen Schritt auf die Belegschaft zugemacht haben, hat sich die Belegschaft entschlossen, den Streik auch noch am Mittwoch fortzuführen. Am Mitwoch reisten die Streikenden nach Zürich zum Hauptsitz der Tamedia, welche Einsitz im Verwaltungsrat der SDA hat. Doch auch am Mittwoch kam es zu keinem Treffen mit dem Verwaltungsrat. Jedoch kam der erste Kontakt vonseiten Verwaltungsrat. Der Streik wurde trotzdem am Donnerstag weitergeführt. Diesmal in Lausanne, bzw. vor den Büros der RTS. In der Zwischenzeit hat sich eine Delegation der Beschäftigten zu einem Treffen mit dem Verwaltungsrat aufgemacht. Die Forderung des Verwaltungsrats: Der Streik sei einzustellen bis zum Abschluss der Verhandlungen. Am Freitag entschied sich die Belegschaft, den Streik vorerst einzustellen und auf Gespräche einzulassen. Die Arbeit wurde noch gleichentags aufgenommen.

 

Bisher ist die Solidarität mit den Streikenden vonseiten Politik und vor allem Medienschaffenden sehr gross. Es ist fraglich, ob mit einer  Einstellung des Streiks, wie es der VR fordert, die Aufmerksamkeit und der Druck hoch genug bleibt. Fraglich bleibt auch, ob die Solidarität und auch die Kraft hoch genug bleiben würde, wenn es gegebenenfalls nochmals zum Streik käme.

 

Es ist anzunehmen, dass die Geschäftsleitung sich mit der Fusion auf einen gewinnorientierten Kurs einstellt bzw. zum Ziel hat, hohe Dividenden auf Kosten der Arbeiter_innen auszuschütten. So sagte der CEO der SDA Markus Schwab gegenüber der NZZ, für ihn  sei die SDA-Führung lediglich den Aktionär_innen etwas schuldig.

 

Ein weiteres Mal zeigt sich der Kahlschlag in der Medienlandschaft der Schweiz. Immer mehr entscheiden sich die grossen Medienkonzerne für mehr Profit statt für Journalismus. Dabei bleibt die unabhängige Berichterstattung mehr und mehr auf der Strecke. Dieses Schicksal droht nun auch der SDA.

 

Die Freie Arbeiter_innen Union FAU Bern solidarisiert sich mit der streikenden Belegschaft der SDA. Wer kämpft, kann gewinnen. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

 

Die Belegschaft informiert über ihre Wordpress-Seite und auf Twitter unter @inside_sda

9. Anarchietage in Winterthur

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Nach fünf Jahren Unterbruch sind die Anarchietage in Winterhur zurück. Organisiert von der Libertären Aktion Winterthur (LAW), warten die A-Tage mit einem Satten Programm auf: Das diesjährige Motto ist "Leben im Widerspruch" und handelt von der Revolution im Hier und Jetzt. Elternschaft, gemeinsame Ökonomien, Gruppenstrukturen warten als Themen auf.

weitere Infos findet ihr hier

den sozialen Kahlschlag stoppen! Ad Demo Cho!

 

!Achtung: Besammlungsort ist neu der Waisenhausplatz!

Schon wieder will der Kanton Bern auf dem Rücken der Unterschicht sparen. Nach unten wird getreten und nach oben gebuckelt. Der bürgerliche Staat beweist uns ein weiteres Mal, dass das Thema Klassenkampf kein alter Hut ist, sondern immer noch und wieder vermehrt zum Thema wird. Wir wollen nicht akzeptieren, dass den Reichen in den Arsch gekrochen wird und sie mit (Steuer-)Privilegien überhäuft werden, währenddessen die Armen zusehen können, wo sie bleiben. Der sogenannte „Wohlfahrtsstaat“ Schweiz wird immer weiter ausgehöhlt, die Menschen auf einen neoliberalen Kurs diszipliniert und dann in Armut im Stich gelassen. Wer dagegen spricht, wird schikaniert. Die neue zahme Route der Stadt zeigt dies eindrücklich: Anstatt durch die Hauptgassen ziehen zu können, werden unserem Protest nur die stillen Seitengassen zugestanden. Lieber hält die Stadt ein teures Lichtspiel ab und lässt den Konsum die Hauptgassen besetzen. Der Protest als demokratisches Mittel hingegen wird an den Rand gedrängt.
Uns reicht es. Wir haben genug Schikane eingesteckt! Es wird Zeit für die Arbeiter_innenklasse wieder auszuteilen! Die FAU Bern fordert alle Betroffenen des Sparpakets und alle solidarischen Menschen auf, sich dem Widerstand anzuschliessen. Kommt alle an die Demo am 22. November um 18.00 in Bern! Unterstützt Euch gegenseitig - hier und jetzt, am 22. November und auch Übermorgen noch.

solidarisch, Freie Arbeiter_innen Union Bern

 

Kommt an die Demo am 22. November um 18.00 auf den Waisenhausplatz in Bern!

 

weitere Infos findet ihr hier

di schwarz chatz #49 ist online!

Aus dem Inhalt:

• FAU Bern startet Gastrokampagne
Miese Löhne, Scheiss Chefs, Null Schicht- oder finanzielle Sicherheit. Die FAU Bern fordert Arbeitende der Gastronomie zu selbstorganisierten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen auf! Mehr Infos findest du Hier

• Gentrifizierung in Bern

Im alten Arbeiter_innenviertel schlägt die Aufwertung
zu. Widerstand regt sich.

• Stagnation aus Überzeugung
Dieser Artikel will zeigen, das sich eine Gesellschaft laufend darum kümmern muss,
mit welchen Strategien sie komplizierte Entwicklungssteuerungen angehen will.

• Demonstrative Repression in der Stadt Bern
Schon zum zweiten Mal verbot die Stadt Bern eine Antifa-Demo und wurde zu einer besetzten Polizeifestung.

• Sci-Fi-Serie Teil 4.2: Künstliche Intelligenzen
KI wird von ihren Entwickler_innen geformt. Was können wir daher von ihr erwarten:
Toleranz oder Kontrolle?

Die Wiederkehr des bolschewistischen Mythos
Die Russische Revolution war vor 100 Jahren. Es ist Zeit mit einigen der Mythe aus dieser Zeit aufzuräumen.